Warum wir Erholung wieder lernen müssen – und warum klassische Entspannung oft nicht wirkt
- Barbara Litschauer
- vor 8 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Du liegst auf der Couch.
Das Handy ist weggelegt.
Die Serie läuft.
Und trotzdem bist du danach nicht erholter als vorher.
Wenn dir das bekannt vorkommt, liegt das nicht an dir.
Es liegt daran, dass wir verlernt haben, was Erholung eigentlich bedeutet.
Erholung ist nicht gleich Pause
Viele von uns setzen Erholung mit Nichtstun gleich.
Oder mit Ablenkung.Oder mit dem kurzen Durchatmen zwischen zwei Verpflichtungen.
Doch unser Körper – und vor allem unser Nervensystem – unterscheidet sehr genau zwischen:
Pause vom Tun
echter Regeneration
Klassische Entspannung funktioniert oft deshalb nicht, weil sie nur die Oberfläche beruhigt – nicht aber die inneren Systeme, die dauerhaft unter Spannung stehen.

Warum „abschalten“ kein Schalter ist
Der Satz „Du musst einfach abschalten“ ist gut gemeint, aber biologisch nicht haltbar.
Wir können nicht auf Knopfdruck von Daueranspannung auf tiefe Erholung wechseln. Vor allem dann nicht, wenn wir über Wochen oder Monate im Funktionsmodus waren.
Was dann passiert:
Der Körper ruht, der Kopf bleibt aktiv
Ruhe fühlt sich plötzlich unangenehm an
Gedanken werden lauter statt leiser
Das ist kein Versagen – das ist ein Regulationsproblem.
Warum Natur hier eine andere Qualität hat
Natur wirkt nicht, weil sie „schön“ ist.Sie wirkt, weil sie regulierend ist.
Natürliche Umgebungen senden unserem Nervensystem kontinuierlich Signale von Sicherheit und Rhythmus – ohne dass wir etwas leisten müssen.
Das Entscheidende dabei:
Kein Ziel
Keine Bewertung
Kein Vergleich
Genau deshalb fällt es vielen Menschen in der Natur leichter, langsam wieder bei sich anzukommen – selbst wenn sie sonst schwer entspannen können.
Erholung ist ein Lernprozess
Viele Erwachsene müssen Erholung neu lernen. Nicht, weil sie es falsch machen, sondern weil unser Alltag kaum Räume dafür lässt.
Echte Erholung bedeutet oft:
wieder wahrnehmen statt funktionieren
kleine Signale ernst nehmen
sich nicht erst zu erlauben, müde zu sein, wenn nichts mehr geht
Das ist kein schneller Trick.
Aber es ist ein nachhaltiger Weg.

Ein leiser Perspektivenwechsel
Vielleicht geht es nicht darum, mehr Entspannung in dein Leben zu bringen. Sondern eine andere Form von Beziehung zu dir selbst.
Eine, die nicht fragt: „Wie schnell bin ich wieder leistungsfähig?“
Sondern: „Was brauche ich eigentlich, um mich wieder reguliert zu fühlen?“
Vielleicht geht es dir ja so ähnlich? Ich freue mich über den Austausch mit dir dazu.




